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2012: Autochthone Babesiosefälle in der Zentralschweiz

Update aus labordiagnostischer Sicht 

Filarie
Foto: Dr. Torsten Naucke
Größenvergleich Auwaldzecke (links) und ausgewachsener Holzbock (rechts)
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Information über Babesiosefälle im Luzerner Seetal/Hochdorf/Baldeggersee:
Nach den 9 Babesiosefällen im letzten Herbst konnten wir ganz aktuell im Gebiet Hochdorf/Baldeggersee insgesamt in diesem Frühjahr schon wieder bei 5 Hunden eine akute Babesiose diagnostizieren. Bei den meisten Fällen war der Verlauf akut mit hohem Fieber innert ein paar Stunden und Absetzen von rotbraunem Urin ohne Sediment. Ein Hund ist in der Zwischenzeit sogar verstorben.
Frau Dr. Frey von der Universität Bern konnten den Überträger Dermacentor reticulatus in diesem Gebiet nachweisen.
Im April 2010 trat in diesem Gebiet erstmalig ein Babesiosefall bei einem Hund auf. Dieser Hund war aber längere Zeit und wiederholt in Ungarn und da vor Ort jeweils übersät mit Zecken trotz erfolgtem Zeckenschutz hier in der CH vor der Ausreise. Dieser Verlauf war eher chronisch und äusserte sich mit Leistungsabfall, Müdigkeit, vermehrtem Speicheln, Inappetenz und einer Anämie.
  

Mikroskopischer Nachweis von Babesien im Blutausstrich
Alle Hunde mit akuten Verlaufsform hatten klassische Veränderungen im Blutbild und Chemogramm, es waren Babesien im Ausstrich nachweisbar und die Verdachtsdiagnosen konnten mittels PCR bei uns im Labor bestätigt werden.
Wie zu erwarten ware beide aber (noch) serologisch negativ.
Man muss sich bewusst sein, dass Babesien ja durch die Auwaldzecke(Dermacentor reticulatus)übertragen werden. Diese sind im Vergleich zu den Ixodes-Zecken (gemeiner Holzbock - Stichwort Borreliose,Anaplasmose) viel robuster und quasi fast das ganze Jahr aktiv (in den endemischen Gebieten). Auf dem uns von Dr. Torsten Naucke zur Vefügung gestellten Bild ist der Größenvergleich sehr gut zu sehen. Die Auwaldzecke hat sich in einigen Gegenden der Schweiz ausgebreitet und es gibt bekannte Gebiete (Regionen um den Genfer See, Obergösgen, Aarau und aktuell im Frühjahr 2011 im Berner Seenland) sind autochthone canine Babesiose-Fälle in jüngster Zeit bekannt geworden.
Verdachtsfälle sollten so rasch wie möglich via PCR in Kombination mit einem frischen Blutausstrich, einem Blutbild (Thrombopenie, Leukopenie und Anämie sind typisch) und einem Chemogramm labordiagnostisch abgeklärt werden.
Individuelle Infektionsprofile im Labor am Zugersee
PCR-Diagnostik im Labor am Zugersee